Versicherung

Willkommen in der neuen Arbeitswelt

Agiles Arbeiten, New Work, Jobsharing – was vor Kurzem noch nach Science-Fiction klang, ist heute für viele Menschen Berufsalltag. Die Arbeitswelt verändert sich tiefgreifend. Die fortlaufenden Umgestaltungen werfen auch Fragen nach den passenden Versicherungen auf.

Können Sie sich vorstellen, in einer S-Bahn mitzufahren, die ohne Zugführer unterwegs ist? Oder einen Roboter in der Altenpflege anzutreffen? Die Digitalisierung schreitet rasend schnell voran und stellt die Arbeitswelt auf den Kopf. Dabei entstehen nicht nur neue Berufsfelder, sondern auch innovative Arbeitskonzepte.

Faszinierende Aussichten

Der Wandel steckt voller Möglichkeiten. Schon jetzt entstehen neue Berufe, wobei der Influencer nur das prominenteste Beispiel ist. Dafür werden etablierte Tätigkeiten verschwinden, etwa der Buchhändler. Noch ist nicht klar, wo die Reise hingeht. Doch viele der Neuerungen faszinieren durch die Chancen, die sie bieten.

New Work für sich nutzen

Unter dem Begriff New Work hat sich eine Bewegung formiert, die diese Chancen ins Blickfeld rückt. Wenn die Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz (KI) ganze Berufsgruppen überflüssig machen, dann wird die Frage wichtig: „Was will ich eigentlich tun?“ Auch bisher, so die New-Work-Anhänger, träumte kein Kind davon, später mal Sachbearbeiter zu werden. Bestimmend für den Berufsweg waren und sind häufig soziale Herkunft und Bildung. Doch zukünftige Generationen werden nicht einfach vorgegebenen Pfaden folgen, wenn doch Maschinen und Programme Aufgaben übernehmen, die eigentlich kein Mensch machen will. New Work steht dafür, diesen Umbruch zu gestalten. Eine neue Kultur der Förderung und Offenheit entsteht.

Zwischen Möglichkeiten und Zwängen

Schon jetzt arbeiten unzählige Frauen und Männer ganz im Sinne von New Work. In der Praxis heißt das: Häufigere Stellenwechsel, Arbeiten an Einzelprojekten statt für ein einziges Unternehmen. Sich noch besser vernetzen. Die Zahl der Selbstständigen wird zudem voraussichtlich weiter wachsen.

Andere teilhaben lassen

Selbstständigkeit auf der einen Seite und bessere Vernetzung auf der anderen – das ist weitaus mehr als nur ein Trend. Lange Zeit war der typische Freiberufler ein Einzelkämpfer. Jetzt heißt die Devise Working Out Loud (WOL): Wissen teilen, Hilfe anbieten und davon profitieren, dass andere genauso handeln. Umgesetzt wird WOL häufig in Form von weltweit agierenden Interessengemeinschaften, die sich über Skype und andere moderne Kommunikationsmittel austauschen.

Die Unabhängigkeit wächst

Viele Unternehmen gleichen ihre Strukturen diesen Neuerungen an. Auf Crowdworking-Plattformen werden freie Mitarbeiter mit besonderem Know-how verpflichtet und zum Beispiel per Video-Konferenzen in ausgesuchte Projekte eingebunden. Vorteile bietet das beiden Seiten: Das Unternehmen profitiert vom Input eines ausgewiesenen Experten, der wiederum an jedem Platz der Welt leben und arbeiten kann.

Agiles Arbeiten

Einige Konzerne gehen noch weiter, bauen systematisch Hierarchien ab und setzen auf kleine selbstorganisierte Teams, die eigenverantwortlich agieren. Agiles Arbeiten nennt sich diese Methode, die mitunter auch Führungsetagen durcheinanderwirbelt. Das Mehr an Eigenverantwortung führt in der Regel zu einer Offenheit und einer Identifikation mit dem Arbeitgeber, die sonst eher selten ist. Zumal sich jeder Mitarbeiter aktiv für die Teilnahme an einem Team entscheidet und so von Team zu Team und von Projekt zu Projekt wechselt. Hier kann jeder seine Ideen einbringen – zumindest in der Theorie.

Nicht nur Vorteile

Bereits weitverbreitet und weitgehend etabliert haben sich Homeoffice und Jobsharing. Beides kann das Arbeiten vereinfachen. Das gilt nicht zwangsläufig für jede der hier vorgestellten Entwicklungen. Die neue Beweglichkeit der Arbeitswelt führt bei vielen Menschen auch dazu, dass sie häufiger Phasen der Beschäftigungslosigkeit bewältigen müssen. Und auch die Selbstständigkeit hat ihre Tücken. Nicht zuletzt, wenn es um die nötigen Versicherungen geht – um die sich Selbstständige selbst kümmern müssen. 

Besprechen Sie mit einem kompetenten Berater, welche Versicherungen in Ihrem Fall sinnvoll sind.

Wichtig für „Feste“ und „Freie“

Ob festangestellt oder selbstständig – diese drei Versicherungen sollte schon heute jeder Berufstätige haben:

Die Tendenz der letzten Jahre: Immer mehr Menschen können ihren Beruf nicht bis zum Renteneintritt ausüben. Ob Rückenleiden oder Burn-out, eine staatliche Erwerbsminderungsrente gibt es nur, wenn gar nicht mehr gearbeitet werden kann. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist also nahezu unabdingbar, zumal nicht jeder mit dem schnellen Wandel der Arbeitswelt klarkommt.

Tipp: Möglichst früh abschließen. Denn Versicherungen können Anträge bei Vorerkrankungen auch ablehnen.

Privat haftpflichtversichert sollte jeder Mensch sein: Niemand ist davor geschützt, anderen Schäden zuzufügen. Die private Haftpflichtversicherung hilft in solchen Fällen.

Die Veränderungen der Arbeitswelt führen auch zur Verunsicherung hinsichtlich der eigenen Rechte. Wer sie durchsetzen will, benötigt einen Anwalt. Mit einer Rechtsschutzversicherung kann sich den jede/r leisten.

Zusätzlich für Selbstständige

Freiberufler sollten sich noch umfangreicher absichern als Festangestellte, gerade weil sich die Berufswelt im Wandel befindet.

Jeder muss krankenversichert sein, Selbstständige haben allerdings zunächst die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Nach einer Gewerbeanmeldung bleiben drei Monate, um sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse anzumelden. Danach muss eine private Kasse ausgesucht werden.

Eine Ausnahme bilden alle Freiberufler, die eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit ausüben. Diese Freelancer können sich über die Künstlersozialkasse (KSK) krankenversichern.

Freiberufler sind laut Gesetz verpflichtet, eine Unfallversicherung abzuschließen (Ausnahme: medizinische Berufe). Der finanzielle Schutz vor Unfallfolgen erfolgt über die gesetzlichen Unfallversicherungen der Berufsgenossenschaften oder über private Versicherungsunternehmen. Wobei die Frage, welche Berufsgenossenschaft die richtige ist, bei den neu entstandenen Berufen zukünftig sicher öfter auftreten wird.

Die Berufshaftpflichtversicherung wird vor allem für beratend tätige Freiberufler empfohlen. Sie springt unter anderem dann ein, wenn durch falsche Beratung oder durch die Verletzung von Urheber- und Lizenzrechten Schaden entsteht.

Diese interessante Zusatzversicherung hilft im Krankheitsfall deutlich früher als eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit. Wer fest für ein Unternehmen arbeitet, erhält ab sechs Wochen Krankheitsausfall kein Gehalt mehr, ist aber über die gesetzliche Krankenversicherung finanziell abgesichert. Selbstständige können sich mit einer Krankentagegeldversicherung eine ähnliche Absicherung holen.

Unsere Empfehlung: Nutzen Sie eine oder mehrere dieser Möglichkeiten. Informieren Sie sich. Lassen Sie sich zum Beispiel von einem kompetenten Berater erläutern, wie Sie in Ihrer persönlichen Situation clever vorsorgen können. Das lohnt sich.

* Eigentlich 30% des Durchschnittsentgelts. Der Begriff bezeichnet das Durchschnittseinkommen aller sozialversicherten Arbeitnehmer.

** Wohngeld erhält, wer aufgrund eines geringen Einkommens z. B. seine Miete nicht komplett bezahlen kann.

Quellen: dpa via web.de, sueddeusche.de

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